Vereinsgeschichte

Der UVRV Braunau ist einer der ältesten und erfolgreichsten Voltigiervereine Österreichs.

Gegründet im Jahr 1972 als Reitverein begann das Ehepaar Karin und Karl Alber schon sehr bald mit dem Voltigieren, da der Verein einen großen jugendlichen Zustrom hatte. Bereits im Jahr 1975 nahm die Voltigiergruppe Braunau erfolgreich an ersten Turnieren teil und gewann auf Anhieb die erste Landesmeisterschaft. Als 1976 die erste österreichische Meisterschaft stattfand, war es die rot-weiße Mannschaft aus Braunau, die den Sieg errang. Dies sollte sich auch in den nächsten Jahren nicht ändern, denn es ging steil bergauf. 1978 nahm Braunau am ersten internationalen Turnier in St. Moritz (Schweiz) teil und 1979 reiste die Mannschaft sogar nach San Francisco, nicht nur um an einem Turnier teilzunehmen, sondern auch um viele internationale Kontakte zu knüpfen.

1981 fand die erste offizielle österreichische Staatsmeisterschaft in Ebreichsdorf statt, die wiederum fest in Braunauer Hand war. Mit ihrem neuen Spitzenpferd Ikarus konnte Braunau nicht nur den Gruppentitel gewinnen, sondern auch den Einzel- und 2-Phasenbewerb.

Braunau mit ihren so engagierten und ehrgeizigen Trainern Karin und Karl Alber wurde zur “Voltigierhochburg” Österreichs. Unzählige Voltigierer pilgerten jedes Jahr in den Ferien nach Braunau um dort zu trainieren. Karl Alber wurde auch bald zum Bundestrainer ernannt.

Die Tatsache, dass der Braunauer Verein keine Halle besaß und auch bei widrigstem Wetter im Freien, oft in knöchelhohem Schlamm trainieren musste, schadete dem Erfolg nicht. Die Braunauer Mädels gewannen ein Turnier nach dem anderen. So war es auch die Braunauer Gruppe, die Österreich bei der ersten Europameisterschaft 1984 vertrat und dort die Silbermedaille gewann. Das Ergebnis der EM 1985 sah nicht anders aus und bei der 1. WM 1986 gewann Braunau die Bronzemedaille. All diese Erfolge gingen auf den Rücken des legendären Pferdes Ikarus, ein körperlich zwar kleiner, aber umso nervenstarker Fuchswallach.

In den folgenden Jahren stieg die Leistungsdichte national und international kontinuierlich an und das Handicap in keiner Halle – und damit regelmäßig – trainieren zu können, wurde immer stärker spürbar. Dennoch waren die Braunauer weiterhin erfolgreich und gewannen den Gruppen-Staatsmeistertitel ohne Unterbrechung bis ins Jahr 1991. 11 Meistertitel in Folge – das ist immer noch ungebrochener Rekord. Bis heute gehen insgesamt 37 österreichische Staatsmeister-Titel auf das Konto der Braunauer Voltigierer (14 x Gruppe, 11 x Einzel und 12 x 2- Phasen). Zu den größten internationalen Erfolgen zählen 2 Vizeeuropameister (1984 und 1985) sowie 2 WM-Bronzemedaillen (1986 und 2000). Des weiteren haben viele Braunauer Einzelvoltigierer immer wieder Top-10-Platzierungen bei Championaten erreicht. Namen wie Brigitte Pfeffer, Berta Maier, Ursula Gmeiner, Edith Preisch, Eva Müller und Tobias Skiba sind nur einige wenige, die unter den Fittichen von Karl und Karin Alber erfolgreich waren bzw. sind.

Doch neben all diesen Erfolgen im Spitzensport hat nach wie vor der Breitensport und das heilpädagogische Voltigieren einen großen Stellenwert im Verein und seit der UVRV Braunau über eine neue Voltigieranlage verfügt und eine Halle errichten konnte (1991), hat sich Braunau umso mehr zu einem Kurszentrum entwickelt. Nicht nur die jährlichen Oster- und Sommer-Voltigierkurse, bei denen hunderte Voltigierer “hartes” Braunauer Voltigiertraining genießen konnten, sondern auch unzählige Aus- und Fortbildungskurse für Trainer sowie Kaderkurse fanden immer wieder in Braunau statt. Die Braunauer Gastfreundschaft ist weit über die Grenzen hinweg bekannt.

Eine bemerkenswerte Braunauer Besonderheit sei erwähnt: dem Verein war es neben dem Wohlergehen ihrer Pferde immer ein besonderes Anliegen, den Voltigiersport für jeden zugänglich und erschwinglich zu machen. Bis heute arbeiten alle Mitglieder ehrenamtlich im Verein, Voltigierer und Helfer, die sich täglich um die 10 Pferde kümmern, füttern, ausmisten und auch die Instandhaltung der Anlage übernehmen.

Vielleicht liegt in dieser familiären Zusammenarbeit das Geheimnis des Braunauer Erfolges?
(aus “Voltigier-Weltmeisterschaft 2004 – Offizielles Programmheft”, Text: Eva Müller)

In Österreich brachten neben Mag. Franz Geiger und Erich Breiter Karin und Karl Alber den Voltigiersport an die Spitze des nationalen und internationalen Turniersports.

Mit der Erkrankung und leider des viel zu frühen Todes von Karl Alber, der von vielen Spitzenvoltigierer als einzigartiger Trainer beschrieben wird, im Jahr 2001 musste Karin Alber alleine die Führung des Teams von Braunau mit allem was dazugehört übernehmen.

Mit großem persönlichem Einsatz gelang es Karin Alber, die schwierigen ersten Jahre zu überstehen, unterstützt von Stefanie Fürlinger, die sowohl beim Training als auch bei der Pferdearbeit half, und  von den treuen Helferinnen Helga Skiba, Sissi Hauser, Margret Hois und Monika Würflingsdobler.


Einmal mit dem Voltigiervirus infiziert, hält seine Wirkung oft ein Leben lang – so muss es wohl sein, denn mit dem passenden Voltigieralter der eigenen Kinder kehrten im Lauf der Jahre immer mehr ehemalige „Charlys Horse Hoppers“  zurück und boten ihre Hilfe im Verein an:  Elke Forthuber (ehemals Maier), Monika Seidl (ehemals Kraxenberger), Ursula Segl (ehemals Gmeiner), Dagmar Miksche, Samira Bennett (ehemals Zidi), Martina Wittich (ehemals Gaisböck) und Kerstin Rembart (ehemals Becker). Mit dem steigenden Trainingsangebot konnte wieder mehr Kindern die Möglichkeit geboten werden, diesen schönen Sport auszuüben und langsam kamen auch wieder Erfolge – wie den Landesmeistertitel in der Gruppe im Jahr 2013.


Im Jahr 2014 übernimmt Dagmar Miksche die Tätigkeit der Obfrau, Monika Seidl wird ihre Stellvertreterin, Forthuber Elke übernimmt die Funktion der Schriftführerin. Karin Alber bleibt als Kassier im Vorstand und erhält 2015 in Anerkennung ihres Engagements und ihrer großen Verbundenheit zum Verein den Titel „Ehrenobfrau“ verliehen. Alle gemeinsam führen den Verein im Geist von Karl Alber weiter:
Oberstes Ziel ist und bleibt, vielen sportbegeisterten Mädchen und Burschen die Liebe zu den Pferden, Teamgeist und Fairness im Sport und viele schöne gemeinsame Erlebnisse zu ermöglichen.
… to be continued 

 

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