Voltigieren – was ist das?

Voltigieren heißt, turnerisch-gymnastische Übungen auf dem Pferd auszuführen. Das abgestimmte Zusammenwirken von Pferd, Longenführer und Voltigierer ist Grundvoraussetzung zur Ausübung dieses Sports, denn alle drei beeinflussen sich gegenseitig und bilden im Voltigieren eine Einheit.
Das Voltigieren umfasst Bewegungen und Übungselemente aus dem Turnen, der Gymnastik und der Sportakrobatik. Diese werden als Einzel- und Partnerübungen gezeigt und können zu fließenden Bewegungsfolgen kombiniert werden. Entsprechend dem Können und Ausbildungsstand der Voltigierer wird im Unterricht im Schritt, Trab und Galopp voltigiert. Im Turniersport müssen entsprechend den Wettkampfregeln alle Übungen auf dem galoppierenden Pferd gezeigt werden.

Voltigieren ist sehr vielseitig:

  • Es besteht aus drei Disziplinen: Einzel- und Gruppenvoltigieren sowie Pas de deux
  • Voltigieren ist eine hervorragende Bewegungsschulung mit hohem Erlebniswert
  • Es schult das Sozialverhalten in der Gruppe, denn alle sind aufeinander angewiesen.
  • Voltigieren erfüllt für Kinder und Jugendliche eine wichtige hinführende Funktion zum Pferdesport.
  • Für Erwachsene stehen die eigene Leistung und die Verbesserung von Gewandtheit und der Fitness im Vordergrund.
  • Die positiven erzieherischen Werte des Sports werden besonders für das heilpädagogische Voltigieren sowie im Schulsport und in Ferienfreizeiten genutzt.
  • Für leistungs- und wettkampforientierte Sportler steht ein vielseitiges Turnierangebot zur Verfügung.

Das Voltigieren umfasst Bewegungen und Übungselemente aus dem Turnen, der Gymnastik und der Sportakrobatik. Diese werden als Einzel- und Partnerübungen gezeigt und können zu fließenden Bewegungsfolgen kombiniert werden. Der Longenführer longiert das Pferd auf einem großen Zirkel. Das abgestimmte Zusammenwirken von Pferd, Longenführer und Voltigierer ist Grundvoraussetzung zur Ausübung dieses Sports. Dies setzt einen geschulten Longenführer und ein geeignetes, korrekt ausgebildetes Voltigierpferd voraus.

Pferd, Longenführer und Voltigierer beeinflussen sich gegenseitig und bilden im Voltigieren eine Einheit.

Entsprechend dem Können und Ausbildungsstand der Voltigierer kann im Unterricht und in breitensportlichen Wettbewerben im Schritt und Galopp sowie auf beiden Händen voltigiert werden. Zur Gleichgewichtsschulung eignen sich auch Übungen in Trab.

Voltigieren – Breitensport

Beim Voltigieren wird Breitensport groß geschrieben.

Voltigieren ist eine kostengünstige Pferdesportart und steht so Interessierten aus allen Bevölkerungsschichten offen. Das Voltigieren ist hervorragend geeignet, Kinder und Jugendliche auf attraktive, spielerische Art an den Umgang mit dem Pferd zu gewöhnen. Sie gewinnen Vertrauen und lernen Verantwortung für ihren Partner Pferd zu übernehmen.

Wer kann Voltigieren?
In der Regel können Anfänger mit dem Voltigieren in einem örtlichen Reit- oder Voltigierverein beginnen. Mit einfachen Grund- und Balanceübungen gewinnen sie das Bewegungsgefühl für das Pferd. Bald schon können sie ihre ersten „Kunststücke“ zeigen. Voltigiergruppen bestehen aus Jungen und Mädchen verschiedener Altersstufen und sind gewöhnlich nach dem Leistungsstand eingeteilt. Die Nachwuchsgruppen bilden eine solide Basis für weitere Fortschritte in den Turniergruppen. Als Motivation und als Vorbereitung auf den Turniersport gibt es eine Vielzahl von breitensportlichen Wettbewerben, bei denen die Voltigierer ihr Können zeigen können.

Sportliche und soziale Aspekte

Das Interesse junger Menschen am Pferd wird beim Voltigieren mit einer vielseitigen Bewegungserziehung verbunden. Eine Vielzahl von Bewegungsfertigkeiten wird gefördert, denn Voltigieren beinhaltet gleichzeitig eine hervorragende Gleichgewichts-, Haltungs-, Konzentrations- und Rhythmusschulung.
Voltigieren ist aber mehr als Sporttreiben mit dem Pferd. Pädagogische Aspekte wie Integration in eine Gruppe, Toleranz und Rücksichtnahme auf andere Gruppenmitglieder und den Partner Pferd sind in allen Alters- und Leistungsklassen ein natürlicher Bestandteil des Voltigierunterrichts. Junge Menschen lernen, sich in eine Gemeinschaft einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Wie in kaum einer anderen Sportart bietet das Voltigieren hervorragende Möglichkeiten, schon frühzeitig soziales Verhalten einzuüben und Einfühlungsvermögen, Gemeinschaftssinn, Vertrauen und Selbstständigkeit zu fördern. Wichtige körperliche und psychische Fähigkeiten werden für die weitere persönliche Entwicklung geschult und die eigene Persönlichkeit wird entscheidend geprägt.

Voltigieren – Wettkampfsport

Voltigieren – ein ganz besonderer Wettkampfsport

Voltigieren wird auch als Wettkampf- und Leistungssport mit Wettbewerben in den Disziplinen Gruppen- und Einzelvoltigieren sowie Pas de deux betrieben. Auch Sportler, die kein eigenes Pferd besitzen, haben die Möglichkeit an Turnieren teilzunehmen. Die nach Leistungsstand abgestuften Anforderungen der verschiedenen Voltigierwettbewerbe und -prüfungen werden von speziell geschulten Voltigierrichtern beurteilt. Es gibt nationale und internationale Turniere sowie Staats-, Europa- und Weltmeisterschaften, wo faszinierende Höchstleistungen auf dem galoppierenden Pferd gezeigt werden.

Einer für alle – alle für einen
Turniergruppen können in verschiedenen Leistungsklassen am Turniersport teilnehmen, von den A-Gruppen beginnend über L bis zur Leistungsspitze der S-Gruppen. Die Aufmachung der Gruppe und ihre gewählte Musik unterstreichen ihre Vorführung und geben jeder Gruppe einen eigenen Charakter. Alle streben das gleiche Ziel an – dieser sportliche Gemeinschaftsgeist macht Voltigieren zum Erlebnis.

Einzelvoltigierer können ihren Sport bis ins Erwachsenenalter ausüben. In den Leistungsklassen A, L, M, S1* und S2* zeigen sie ihr persönliches Können in einer Pflicht und einer einminütigen Kür, sowie in der Klasse S2* ein 1minütiges Technikprogramm. Bodensprünge, attraktive Elemente und das dynamissche Umturnen des Pferdes lassen einzelne Bewegungen zu einem Vortrag verschmelzen, wobei der Phantasie keine Grenzen gesetzt sind. Hochmotivierte Sportler, die ein intensives Training auf sich nehmen, haben die Leistungen stark ansteigen lassen.

Beim Pas de deux dürfen sowohl Damen- als auch Herrenpaare neben gemischten Paaren ab 12 Jahren zum Start antreten. Diese Disziplin besteht aus einem reinen Kürwettbewerb mit einer Bewegungsgestaltung zur Musik, der stets eine besondere Faszination auf das Publikum ausübt.

Auszüge aus “Richtlinien 3 für Reiten, Fahren und Voltigieren” des FN-Verlages Text Ulrike Rieder

Nationale und internationale Turniere in Österreich
Teil A Voltigierrichtlinien
Teil B Allgemeine Turnierbestimmungen
Teil C Voltigierbewerbe und Bewertungen

66

%d Bloggern gefällt das: